Der Break Dance im Modellbau - eine Leidenschaft

Er gehört wohl zu den aufwendigsten und optisch anspruchsvollsten Modell-Breakern Deutschlands. Gemeint ist Break Dance von Thomas Schmid aus Straubing. Nach dem großen Break Dance – Boom der 80er Jahre entschloss sich Thomas Schmid 1993 zum Kauf eines "Break Dance" der Firma Faller (bekannter Modellhersteller in der Modell-Eisenbahn-Szene/erste Auflage) um auch in der Modellbranche neben seinen bekannten Modellen wie Ranger, Traumschiff, Autoskooter oder den 3 Achterbahnen weiterhin oben mitmischen zu können.Wer aber nun die Geschäfte von Thomas Schmid kennt, weiß, dass es nicht bei der 08/15 Ausstattung von Faller blieb und so wurde der „Break Dancer“ (damaliger Name des ersten Geschäftes) optisch aufgemöbelt. Bereits nach anderthalb Jahren bekam Thomas Schmid ein reizvolles Kauf-Angebot und da er ohnehin mit dem Fahrablauf des Faller-Modells nicht glücklich war machte sich Break Dancer auf den Weg in die USA, wo er ein neues zu Hause fand.

Schon bald entstand eine 2. Modellversion
Da die Crew um Thomas Schmid aber nun sein Herz für den Breaker entdeckt hatte wurde 1995 sofort ein zweites Exemplar bei Faller (incl. zusätzlicher Teile) geordert, der von nun an „Break Dance“ hieß und mit einer amerikanischen „Eins“ im Schriftzug versehen wurde. Der Modellsatz wurde in noch mehr Einzelteile zerlegt als er ohnehin aufwies, denn – wie sollte es anders sein - musste auch das Faller-Modell soweit als möglich zerlegbar sein um den Ansprüchen und dem Ideal eines Modellbauers gerecht zu werden und um eben auch möglichst modellbaugerecht transportiert werden zu können.

Detailarbeit mit Liebe und Geschick

Der Aufbau selbst wurde genau so konzipiert wie beim HUSS-Vorbild (HUSS = Hersteller des Original-Geschäftes). Die Rückwand wurde dementsprechend so geteilt, dass die einzelnen Segmente bequem auf eine Rolle, bzw. in einem Packwagen verladen werden können. Als Motiv behielt man die Originalvorgabe von Faller (bzw. Dreher-Zarnitz) bei, da die "3 Break Dancer“ (der damaligen Musikgruppe „Break Machine“ – Link-Tipp: www.youtube.com/watch?v=_stUY1h_qmM) und der Tanz ausschlaggebend für die Namensgebung war, und die Motive, neben Skatern, Hip Hopern und weiteren typische amerikanischen Symbolen die Beliebtheit dieses Karussellklassikers am besten widerspiegelt.
8 der Gondeln verbleiben beim Transport wie üblich auf dem Mittelbau, die anderen werden auf einer Rolle verladen. Die restlichen Teile, wie Träger der Rückwand, Verstrebungen, optische Elemente, Kassenhäuschen, Schriftzug, Diamant etc. werden ebenfalls auf Rollen oder in Packwagen verstaut. Insgesamt benötigt der Breaker incl. Wohn- und Mannschaftswagen 6 Transporte zum Umsetzen.

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Technik erforderlich wie bei den großen Fahrgeschäften

Anstatt der üblichen 3 Discokugeln wurde ein sog. „Diamant“ für das Zentrum des Break Dance gewählt. Der Diamant und die 16 Gondeln in den Farben blau, rot, grün und violett bekamen natürlich eine Sonderlackierung in funkelndem und glitzerndem Metalliclack. Die üblichen, damals silbernen Absetzungen (Streifen) der Gondeln führte man in Gold aus und selbstverständlich erhielten die „Fahrgastträger“ Bügel - zum öffnen und schließen – versteht sich!

Natürlich darf auch die Beleuchtung nicht fehlen. Die mitgelieferten Beleuchtungselemente wurden mit einer Lichtorgel gekoppelt und somit können die Scheinwerfer gesamt oder einzeln pro Farbe angesteuert werden. Die Schrift an der Rückwand lieferte die Firma Scholz aus Ahlen in der damals üblichen 10-Kanal-Lauflicht-Ausführung. Auf die Lichtleisten an der Rückwand verzichtete man und versah die obere Abgrenzung stattdessen mit einer reflektierenden Folie die bei jeder Betrachtung (auch bei Tageslicht) anders in verschiedenen Farben funkelt. Diese Folie verwendete man auch beim Diamanten, den Gondeln, sowie als Abschluss auf der Platte. Durch die Anstrahlung der Schweinwerfer ergeben sich somit immer wieder die unterschiedlichsten Effekte.

Als zusätzlichen Eyecatcher wählte man über die gesamte Rückwand Sterne (ähnlich wie bei Schäfer´s „Shake“), die ebenfalls bei unterschiedlicher Einstrahlung das Licht verschiedenfarbig reflektieren. Den Abschluss bilden 2 Beleuchtungsständer, exakt die beiden, die man am unteren Podium/Treppenaufgang wegließ um einen besseren „Einblick“ auf das komplette Geschäft zu haben. Unter der Schrift befindet sich ein Stroboblitzer, der alleine mit einem Anschluss von 220 Volt zu Buche schlägt. Auch die restliche Stromversorgung ist beachtlich. Insgesamt benötigt Schmid´s Break Dance 6 x 220 Volt, u. a. für Musikanlage, Hauptschrift, Antrieb, Nebelmaschine und weitere Beleuchtungseffekte wie z. B. Neon- oder Schwarzlicht. Die Steuerung der kompletten Anlage wurde von Florian Probst aus Straubing geliefert, der die gesamte Verkabelung (überwiegend mit PC-Flachbandkabeln) übernahm und die Technik ausführte.

Begeisterung bei großen und kleinen Besuchern

Wie üblich werden bei Thomas Schmid die Fahrgeschäfte auf Ausstellungen, Messen und vergleichbaren Events ganztägig betrieben und rekommandiert – gerade eben auch beim „Break Dance“. Besonders die kleinen und jugendlichen Besucher verharren gerne lange vor dem wirbelnden Modell, da stets zeitgemäße und moderne Songs mittels einer kleinen Musikanlage eingespielt werden. Und somit ist der Breaker gern gesehener Gast, wie in den letzten Jahren mitunter z. B. in Rendsburg, Hannover, Aschaffenburg, Straubing oder Soest. Aber auch die Städte Ulm und Schweinfurt zählten schon zur Reiseroute.

Text: Jürgen Kausch, Hans Kudlik, Thomas Schmid
Bilder: Foto-Studio Stern und FotoComp