1991 / 2016: Das Straubinger Gäubodenvolksfest vor 25 Jahren

Da unsere neue Rubrik „Das Straubinger Gäubodenvolksfest vor 25 Jahren“ im letzten Jahr sehr gut angenommen wurde möchten wir Ihnen auch 2016 die Möglichkeit bieten mit uns gemeinsam auf das Gäubodenvolksfest 1991 zurückzuschauen. In Text, Bild und Video wollen wir Ihnen auch dieses Jahr wieder zeigen wie das Fest vor exakt 25 Jahren ausgesehen hat.

Wer hat das Gäubodenvolksfest damals eröffnet? Was kostete die Maß Festbier? Welche Karussells standen damals am Hagengelände? Was war damals anders? Was für Geschichten gibt es zu erzählen? Alle diese Fragen wollen wir in unserem „Rückblick“ zeigen und hoffen Ihnen gefällt auch dieses Mal wieder unsere „kleine Zeitreise“ ins Jahr 1991…

Schlagzeile: Raumschiff in Straubing gelandet

Eine Schlagzeile von damals lautete: „Raumschiff Galactica landet am Hagen“! Aber keine Angst: weder UFO´s noch grüne Männchen überschwemmten den Volksfestplatz, sondern  - wie üblich – rund eine Million feier-freudige Besucher. „Galactica“ hieß nur eine der Karussell-Neuheiten 1991! Auch im Jahre 1991 buhlten rund 110 Fahr- und Belustigungsgeschäfte um ihr Publikum und es gab – wie im Vorjahr -  5 Festzelte, sowie die „Gäubodenhalle“ – eine fest-installierte Mehrzweckhalle und das beliebte Wein- und Weißbierzelt (Brigitte Stahl).

Zeitraum – Festwirte – Sitzplätze

Vom 9. mit 19. August 1991 lief damals die „fünfte Jahreszeit“ und auch damals hieß es wieder „Ausnahmezustand“ in Straubing. Fritz Geisperger war noch Oberbürgermeister der Stadt Straubing und eröffnete zusammen mit der damaligen Bundesgesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt das Gäubodenvolksfest im Festzelt Reisinger. Die Festwirte von damals hießen Hermann Bäumel, Heinrich Bauer (bekannt als „Bauer-Heinerl“), Regina Groll, Anton Nothaft jun., Markus Reisinger und Sohn, sowie Anton Wenisch und Sohn. Die Sitzplatz-Situation blieb zum Vorjahr in etwas gleich und so konnten auch 1991 wieder ca. 22.500 Gäste gleichzeitig bewirtet werden.

Heiß diskutiert: ein Disco-Zelt?

Der Pinguin im Kühlschrank - die TOPSIS

Wer erinnert sich nicht an den lustigen Pinguin, der da angeblich im Kühlschrank saß? Die TOPSIS, die bayerische Kultband aus Altötting schuf damit einen "heimlichen" Volskfesthit. Kennt Ihr noch den Text?

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"Am Sonntg in der Fruah i bin ganz groki,a saure Wurst und Essiggurkn mog i,i geh ganz miad und wacklig zu mein Kühlschrank, kumm hoits mi i packs ned, geh machts mi ned krank.

Da sitzt a Piiinguin in unserm Kühlschrank, Mamma Pappa  da sitzt a Pinguin  drin .Da sitzt a Piiinguin in unserm Kühlschrank, Mamma Pappa da sitzt a Pinguin drin!

Und i steh bläd herum und schau jetzt schee dumm, der Kerl der macht a Picnic mit meim Speck-Drumm, inzwischen is de Mamma oba kumma, und moant der hat ja an Pappa sei letztes Bier gnumma

Da sitzt a Piiinguin in unserm Kühlschrank, Mamma Pappa  da sitzt a Pinguin  drin .Da sitzt a Piiinguin in unserm Kühlschrank, Mamma Pappa da sitzt a Pinguin drin!

I hob eam dann glei gfragt ob er ein Lord wär, wo hätt er sunst sein wunderschöna Frack her, er schaut mi o und moant : de Frag wär sehr dumm, er wär so geborn, eam wars nur z'hoaß in Hellabrunn. ... "

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Ihr wollt den Pinguin nochmal hören? Hier eine Sound-Datei.

Die TOPSIS sind übrigens auch heute noch als Partyband bei vielen Events unterwegs. Alle aktuellen Infos, die Geschichte der Band, die neue Pinguin-Version und vieles mehr findet Ihr auf der Website:

www.topsis.de

Bierpreis 1991

Einen kleinen bis mittel-schweren Aufschrei gab es jedoch 1991 beim Bierpreis! 6,50 D-Mark (Unterschied zum Vorjahr umgerechnet von ca. 2,90 Euro auf ca. 3,30 Euro!) sollte der Festbesucher nun berappen – also gleich 70(!) Pfenning mehr(!) als noch ein Jahr zuvor! Grund dafür war z. B. der neue Vertrag zwischen Festamt und den Festwirten in dem es hieß, dass „jeder Betrieb der Sitzgelegenheiten anbietet verpflichtet ist Mehrweggeschirr zu verwenden“ – so auch Max Riedl, der damalige und noch aktive Sachbearbeiter im Festamt in einem Gespräch mit dem Straubinger Tagblatt. Auch durften z. B. keine Holzböden mehr in den Festzeltküchen sein, Geschirrspülmaschinen mussten ergänzt, sowie Fettabscheider installiert werden. Aufgrund dieser erhöhten „Wirtschaftlichkeit“ waren – damals wie heute – die Festzeltbetreiber „gezwungen“ den Bierpreis „so drastisch“ anzuheben!

Braukunst kommt von Kunst ...

Ostbayernschau

Parallel gab es natürlich auch die bis heute bekannte Ostbayernschau. Zeitdauer vom 10. mit 18. August 1991. Die Ausstellerzahl lag bei ca. 450 und die Geländefläche betrug ca. 55.000 Quadratmeter mit 14 Hallen.

Ebenso - wie noch heute - war der Eintritt der Ostbayernschau frei. Diverse Sonderschauen – darunter eine Tierschau für Rinder - rundeten das vielfältige Angebot ab.

Neuheiten bei den Fahrgeschäften und Karussells

Top-Neuheiten im Karussell-Sektor waren der „Top Spin“ von Rudi Bausch aus München der bis heute bekannt und beliebt ist und 1991 regelrecht von den Besuchern „überrannt“ und bestaunt wurde! Kaum ein anderes Fahrgeschäft wurde so euphorisch beobachtet und brachte so viel Aufmerksamkeit an den Tag wie der „Top Spin“. Seine sensationellen Fahrabläufe machten den „Top Spin“ gerade zur Sensation bei den Gäubodenvolksfest-Besuchern! Mittlerweile gastiert der Klassiker nun schon – bis auf 2 Ausnahmen – im 23igsten Jahr in Straubing und hält somit einen der Rekorde bei den beliebtesten und am häufig vertretenen Fahrgeschäften in der Gäubodenstadt!

Eine weitere Neuheit war das eingangs bereits erwähnte „Raumschiff Galactica“ (siehe Foto oben) von Günter van Berg aus Stuttgart, sowie die „Crazy Machine“ von Harry und Peer Nülken aus Hamburg. Ebenfalls neu waren eine „Wildwasser-Bahn“ der Firma Heitmann-Schneider welche noch heute attraktive Wildwasser-Bahnen am Gäubodenvolksfest betreibt (aktuell die Wildwasser-Bahn „Auf Manitus Spuren“), sowie die „Lustige Bootsfahrt“ (ein Kinderkarussell mit Booten im Wasser) der Familie Henn aus Kaiserslautern.

Die Wildwasser-Bahn
Lustige Bootsfahrt

Angebot im Vergnügungspark

Ikarus

„Break Dance“ (Franz Goetzke, München), „Disco Round“ (Otfried Hanstein, Bremen), „Blauer Enzian“ (Koch/Courtney, München), „See-Sturm-Bahn“ (Günter Perz, Fürth), „Ikarus“  (Eugen Distel, München), „Wellenflug“ (damals noch unter Karl Birkenender, Stuttgart), sowie der Auto-Scooter (Heinz und Heiner Distel ) und erstmals der „Super Scooter Rally 2000“ (Egon Menzel und Paula Menzel)  hießen u. a. weitere Attraktionen unter den Fahrgeschäften.

Leider gab die Stahlachterbahn von Lulu Herhaus bereits 1990 leider sein letztes Gastspiel in Straubing.

In der Sparte Geisterbahn konnten sich die Festgäste im  auch heute noch beliebten „Geister-Schloss“ von Irene Judenhofer-Kunz aus München ordentlich gruseln. „Magic House“ (A. u. S. Kutschenbauer, Bremen) und „Revue der Illusionen“ (F. W. Franke, Achern) waren die Schau- und Belustigungsanlagen der 91er Volksfestausgabe.

Mythos „Himalaya-Bahn“ in Straubing – eine Ära geht zu Ende

Leider war ab 1991 die von den Besuchern so geliebte „Himalaya-Bahn“ von Lulu Herhaus nicht mehr in Straubing vertreten. Aufgrund des hohen Alters von Lulu Herhaus erwarb die Firma Löwenthal die Stahl-Achterbahn und veräußerte sie dann ca. ein Jahr später in den Schwabenpark, so dass sie 1991 nicht mehr für Straubing zur Verfügung stand. Ab 1991 übernahm dann die Firma Heitmann-Schneider den Achterbahn-Platz bis heute mit seinen Wildwasserbahnen (bis auf eine Ausnahme 1992 da es beim Bau einer neuen Wildwasser-Bahn für die gleiche Schaustellerfamilie im Herstellerwerk bei den Probefahrten einen Unfall gab).

Aktuell wurde die Himalaya-Bahn im Schwabenpark nach 23 Jahren abgebaut und findet bei der Schaustellerfirma Vorlop aus Berlin ihre neue Heimat. Sie soll angeblich wieder restauriert werden und erneut auf die Reise gehen. Und somit schließt sich der Kreis der Ära „Himalaya Bahn“ wieder und wer weiß – vielleicht findet sie irgendwann sogar wieder den Weg nach Straubing.

Abwegig ist der Gedanke nicht, denn ironischer Weise gastierte im letzten Jahr Lutz Vorlop mit einer ähnlichen Stahlachterbahn (einer sogenannten Wildcat 3), den „Wilden 50gern“ am historischen Teil des Gäubodenvolksfestes! Ein „Schwestergeschäft“ der Himalaya-Bahn (Wildcat 2) steht im Skyline Park, Bad Wörishofen/Allgäu – ab 2016 ebenfalls total restauriert und neu lackiert! Man darf also gespannt sein ob die Himalaya-Bahn vielleicht nicht doch wieder den Weg nach Straubing findet – da wo sie einstmals auch ihre größten Erfolge feiern konnte!

Imbiss- und Getränke vor 25 Jahren

An Imbissgeschäften standen 1991 z. B. „Bayerwald-Lamm“, „Hirtenbrot“ (Christina Renz), das „Tiroler Alpenhaus“ (M. u. G. Schmöcker), „Wisto-Spezial-Imbiss-Palast“ (Willy und Monika Stockem), „Spezial-Eisgeschäft“ (Hildegard Thomä), der „Wein- und Mostpavillon“ (Brigitte Stahl), sowie auszugsweise erwähnt der heute noch beliebte „Wiener Eispalast“ (Fam. Guderley) und einige mehr am Volksfestplatz zur Verfügung.

Belegungsplan Gäubodenvolksfest 1991

Spiel- und Belustigungsgeschäfte sowie Kinderkarussells

Auch in der Sparte Spiel- und Belustigungsgeschäfte gab es „Exoten“ die 1991 auf der Beschickerliste standen wie u. a. die „Carrera-Autorennbahn“ von Richard Horn aus Regensburg, „Münchner Vogelpfeifer“ von Horst Berger aus Zorneding, Eimerwerfen „Petit Circus“ von Richard Richter aus Oberpiebing, die „Lustige Nagelei“ von Gotthard und Heinrich Stey aus Abensberg/Offenstetten oder Alfons Richter´s „Kaspertheater“, welches heute leider nicht mehr am Gäubodenvolksfest zu finden ist.

Auf die kleinen „Festbesucher“ warteten u. a. das „Märchenkarussell“ von Fredi Neufeld, die „Märcheneisenbahn“ von Willy Scherrle aus München, sowie die bereits erwähnte Neuheit „Lustige Bootsfahrt“ von Wilhelm Henn aus Kaiserslautern.

Veranstaltungen

1991 gab es ebenfalls die beliebte Lampionfahrt auf der Donau, die beiden Feuerwerke, Kindernachmittage, eine Wasser-Ski-Show, Vorführungen und dergleichen wie man sie noch heute kennt. Besonders die Lampionfahrt erfreut sich - früher wie heute - über einen dermaßen großen Zuspruch wie man auch im letzten Jahr sehen konnte. Über 10.000 Besucher verweilten 2015 am Ufer der Donau um diese einzigartige Veranstaltung mit seinem extravaganten Flair zu bestaunen! Damals und jetzt – ein einzigartiges und zeitlos-romantisches Event!

Wissenswertes

Hier noch einige Infos und Anekdoten aus der Schaustellerszene ...

Riesenrad

1991 stand das Riesenrad letztmalig auf dem Platz links neben dem Festzelt Reisinger (siehe Belegungsplan)! Ab dem Jahr 1992 wechselte das Rad auf den jetzigen „Riesenrad-Stammplatz“ und steht (mit einer einzigen Ausnahme im Jahre 2001) bis heute am selben Fleck vor der Kfz-Zulassungsstelle. 1995 brachte dann die Firma Willenborg ihr „blaues Rad“ zum ersten Mal nach Straubing welches am selben Platz aufgebaut wurde und EXAKT auf den Meter genau dort „verbaut“ wurde! Insider sind sich nach wie vor einig: Anton Schwarzkopf hat dieses Rad extra für Straubing gebaut! Man muss auch sagen, dass die dortige Platzierung vielleicht damals nicht unbedingt glücklich gewählt war, jedoch die (bis dorthin) 3 Räder der Familie Willenborg dort immer ein perfektes Bild auf dem Weg zum Volksfest gaben und ein Highlight waren (und dies auch heute noch so ist) wenn man den Kinseher-Berg Richtung Volkfestplatz fährt! Dieser Platz etablierte sich auch zum ständigen „Treffpunkt“ für die Volksfestbesucher.

Top Spin damals am heutigen Riesenrad Standplatz

Auf dem jetzigen Riesenrad-Stammplatz gastiert 1991 die Welt-Neuheit „Top Spin“ und faszinierte damals sowohl das staunende Publikum als auch die Fahrgäste!

Wildwasserbahn

Auch die Firma Heitmann-Schneider gab 1991 ihr Debüt – nämlich mit einer Wildwasserbahn! Ebenfalls mit nur einer Unterbrechung im Jahr 1992 gastiert die Familie Heitmann mit ihren Wildwasserbahnen ununterbrochen in Straubing. Die Ära „Himalaya-Stahl-Achterbahn“ von Lulu Herhaus endete leider 1990 – wie bereits im Bericht erwähnt.

Ikarus

Der „Ikarus“ von Geno Distel war damals mit 35 Metern das höchste „Rund-Hoch-Fahrgeschäft“ am Straubinger Gäubodenvolksfest und ein gerne gesehener Gast, da es damals kein vergleichbares Karussell in der Größenordnung gab und sich gerade in den Abendstunden der „Ikarus“ in glanzvoller Beleuchtung dem „Gäuboden-Himmel“ graziös empor hob!

Break Dance

Der „Break Dance“ von Franz Goetzke war 1991 der Karussell-Hit schlecht hin und wurde stets vom Publikum regelrecht „gestürmt“!

Wellenflieger

1991 war auch das vorletzte Mal des „Wellenfliegers“ von Karl Birkeneder aus Stuttgart. Ab 1992 fand dann der „Wellenflug“ der Familie Stranninger seinen festen Platz am Gäubodenvolksfest und musste nur noch einmal 1993 aussetzten. Das Jahr '93 war dann endgültig das letzte Gastspiel für den Wellenflieger aus Schwaben. Bis heute erfreut sich das Kettenkarussell der Familie Stranninger/Sgraja größer Beliebtheit beim Straubinger Publikum!

Blauer Enzian

Der „blaue Enzian“ ist heute bekannt unter dem Namen „Feuer + Eis“. Die Schienenbahn wurde 1994/1995 zu „Feuer + Eis“ umgestaltet und stand bis zum Jahr 2015 unter der Firma Courtney“ regelmäßig bis ständig am Gäubodenvolksfest.

See-Sturm-Bahn

„Windstärke 12“ gab es damals noch an der „See-Sturm-Bahn“ der Familie Perz aus Fürth bei Nürnberg. Dies war ein schnelles Fahrgeschäft mit kleinen Booten die wie bei einer Berg- und Tal-Bahn ihre Kreise zogen und sich auch noch um die eigene Achse drehen konnten.

Revue der Illusionen

Die „Revue der Illusionen“ der Schaustellerfirma Franke war ein Zauber- und Illusionstheater welches heute nur noch auf dem Oktoberfest und wenigen ausgewählten Veranstaltungen aufgebaut wird.

Die Festleitung

Für das Gäubodenvolksfest verantwortlich zeigten sich 1991 Festleiter Albert Sturm mit seinem Team Max Riedl (Volksfest) und Hans Birkholz (Ostbayernschau). Unterstützung fanden sie durch ihre Kollegen Ilse Wamser, Hannelore Aß, Birgit Aich und Werner Artmeier. Zum Festausschuss zählten u. a. die Stadträte Eduard Gruber, Hans Lohmeier, Dr. Adolf Herpich und Wolfgang Pelka.

Volksfest-Splitter 1991

Die Kutsche

Fast zu einem Eklat wäre es beim Volksfestauszug am Freitag gekommen. Die SPD wollte Ex-Staatsminister Alfred Dick partout nicht in die erste Kutsche lassen. Dort hatten die Parteigenossen Robert Leidinger vorgesehen. Dick sollte stattdessen in der zweiten Kutsche mitfahren. Damit war jedoch wiederrum die CSU so gar nicht einverstanden, argumentierte mit der Ehrenbürgerschaft Dicks und drohte mit gänzlicher Abstinenz beim Auszug. Aufgrund dessen setzte sich zwar dann die CSU durch, worüber Robert Leidinger dann wohl wieder arg „verstimmt“ war und weder am Auszug noch an der traditionellen Eröffnung teilnahm. Nichts desto trotz – das Gäubodenvolksfest 1991 fand trotzdem statt – obwohl des Kindergarten-Spiels „Hast Du mir mein Schäufelchen gestohlen klaue ich Dir jetzt Dein Eimerchen“!

Waffel-, statt Pappteller!

Damals fast unglaublich: Waffel-, statt Pappteller! 1991 gab es erstmals Bratwürstel mit Sauerkraut auf einer essbaren Unterlage serviert. Gott sei Dank jedoch damals nur im Außenverkauf der damals noch bestehenden Gäuboden-Halle. In wie weit gut oder schlecht der essbare „Teller“ damals bei den Festbesuchern ankam konnten wir nicht mehr in Erfahrung bringen.

Wer hat nun "das beste Bier"?

Am 19. August 1991 erschien im Straubinger Tagblatt eine Anzeige mit der Überschrift: „Festwirt Wenisch hat das beste Fest Bier“! 1991 schenkte Wenisch noch das „Irlbacher“ aus. Damals gab es angeblich 14 von 14 möglichen Punkten (wer die ominösen Punkte vergab ging in dem Bericht nicht hervor) und somit wurde das Bier als mit Abstand bestes Bier am Gäubodenvolksfest prämiert.
Folge:
Am 26. August erschien jedoch von der Brauerei Röhrl eine „Gegendarstellung“! In dem Bericht hieß es, das das Bier einen maximalen Stammwürzegehalt von 14%, bzw. den höchsten Alkoholgehalt hat was jedoch über die Bierqualität nichts aussage. Und weiter: alle auf dem Gäubodenvolksfest ausgeschenkte Biere haben einen Stammwürzegehalt zwischen 13,5 und 14%. Bei einer sensorischen Prüfung wurden damals alle Biere gleichgut in die Kategorie 4 bis 5 Punkte eingestuft (5 Punkte ist die Höchstpunktezahl). Und somit sprach man bei der „Konkurrenz-Brauerei“ von einer falschen, wettbewerbswidrigen Anzeige vor Ende des Volksfestes und das somit auf Kosten der Mitbewerber „Kapital geschlagen“ werde …

Somit setzte sich also das durchaus beliebte Kindergarten-Spiel vom ersten Tag des Volksfestauszuges wie ein roter Faden bis zum Schluss durch das gesamte Fest …

Video: Gäubodenvolksfest Impressionen von 1991

 

Natürlich war auch dieses Volksfest wieder das schönste Fest überhaupt! Und damals wie heute bleibt die Vorfreude auf das nächste Gäubodenvolksfest :-)

Text: Thomas Schmid
Fotos: Archiv Thomas Schmid, Straubinger Tagblatt, Ride-Index, Topsis
Videomaterial: Thomas Schmid, Videoschnitt: Thomas Schweikl