Der Modell Auto-Scooter von Thomas Schmid: vom Transport und Aufbau

Neben dem Break Dance gibt es noch weitere, interessante Modelle von Thomas Schmid. Unter anderem gehört auch ein Auto-Scooter zur Sammlung, welcher ebenfalls bundesweit auf Ausstellungen und Jubiläumsveranstaltungen unterwegs ist. Zu seiner Reiseroute zählten schon namhafte Veranstaltungen wie Aschaffenburg, Haan, Solingen oder auch bereits zu privaten Ausstellungen in München während der Oktoberfestzeit.

Vorstellen möchten wir Ihnen dieses Modell mehr in einer Bilderserie, da wir den Aufbau des Modell – Auto-Scooters mit begleiten konnten.

Bereits über 30 Jahre besitzt Thomas Schmid schon Auto-Scooter in verschiedenen Ausführungen, obwohl er bekennend nie ein großer Fan der „Selbstfahrer“ war und ist. Da es in früherer Jahren immer schwierig war Auto-Scooter Chaisen mechanisch in Modellform zu betreiben, war man nie so sonderlich glücklich mit den ersten Anlagen. Aber 1984 verhalf dann Thomas Schmid und seiner damaligen Crew der Zufall über den Weg und man entdeckte sogenannte „Selbstfahrer“, also Auto-Scooter-Wagen die tatsächlich von selbst gegensteuerten und in eine andere Richtung fuhren, wenn sie an die Bande oder einen anderen Wagen gestoßen sind. Sofort war man sich einig diese Chaisen nebst einer Auto-Scooter – Platte und Umzäunungen anzuschaffen. Hersteller dieser Scooter war die Firma Dickie aus Franken. Von der Fahrbahngröße her gab es zur damaligen Zeit 2 Ausführungen. Eine Platte mit 4 Segmenten und eine mit 6 Segmenten. Schmids entschlossen sich damals für die kleinere Variante und 3 Auto-Scooter – Chaisen. Da man im Hause Schmid immer schon große Erfahrung im Bau von Geschäften aller Art hatte, war es kein Problem einen passenden „Überbau“ in Eigenregie herzustellen. Da auch der Scooter – wie seine großen Vorbilder – stets zum auf- und abbauen konzipiert sein musste, entschied man sich für einen LEGO-Überbau, sprich für eine LEGO-Halle also. Diese lässt sich mit einem Kran bequem und schnell aufbauen, ist leicht zu transportieren und bietet auch im Inneren viele Möglichkeiten für Licht, Technik und Effekte.

Zugegeben: die Größe der Chaisen, die dazugehörigen Transporte, sowie der Hallenbau passen maßstabsgetreu nicht ganz zusammen, jedoch darf man nicht vergessen, dass man 1984 froh darüber war solche mechanischen Scooter-Chaisen zu bekommen, die an sich schon eine Schau für sich selbst und in ihren Bewegungsabläufen waren und sind. Des Weiteren musste auch die Größe des Auto-Scooters in etwa kompatibel mit den anderen Modellen von Schmid sein, so dass dieser auch in das gemeinsame Repertoire passte, sprich Traumschiff, Ranger, Achterbahn etc.

Deshalb passte man also die Chaisen, den Hallenbau und die Transporte unmaßstabsgerecht an um allen Aspekten gerecht zu werden. Ein weiteres Problem war das die Modelle sowohl für Playmobil-Figuren ausgerichtet werden mussten als auch für LEGO-Figuren. Und so entstand der vielleicht etwas maßstabs-ungewöhnliche Scooter der alle diese Eigenschaften wie Transport, Auf-, und Abbau sowie den Anforderungen Playmobil und LEGO vereinigen konnte und musste. Vielleicht gibt es einige Modellbauer die sich mit so einem Stilbruch nicht anfreunden können, aber man muss auch bedenken, dass es vor knapp 30 Jahren noch nicht die Möglichkeiten und Techniken gab, mit denen man heute arbeiten kann und am Maßstab alleine sollte es nicht scheitern. Vielmehr gaben dem Team um Thomas Schmid immer die leuchtenden Kinderaugen und auch mancher Eltern und Liebhaber Recht wieder ein wunderbares und einzigartiges Modell geschaffen zu haben.

Zur damaligen Zeit war es auch schwierig die passenden LKW´s und Aufbauten zu finden die mit dem Auto-Scooter Maßstabskonform sein sollten. Da viele Firmen größere Maßstäbe ansetzten entschied sich die Crew seiner Zeit für Fahrzeuge der Firma SIKU. Die Chaisen selbst sind leider maßstäblich zu groß, jedoch lässt sich die LEGO-Halle perfekt auf die vorgegebenen Rollen von SIKU verladen.

Im Laufe der Jahre wurde der Modell-Scooter auch immer weiter modernisiert. Hauptsächlich das Dach wurde immer wieder erneuert und strahlt jetzt in einem typisch weiß-blauen, bayerischen Rautenmuster – Made in Bayern halt! In den Anfangszeiten musste sogar stabiles Butterbrotpapier herhalten um dem Scooter ein Dach zu ermöglichen – auch bedingt auf den Geldbeutel und dem Einfallsreichtum der damaligen Zeit. Auch junge Modellbauer hatten damals nicht viel Geld zur Verfügung! Weiter wurde der Scooter auch immer mit neuen Lichteffekten ausgestattet, Disco-Kugeln die angeleuchtet wurden und vieles mehr.

Letztlich gab es vor vielen Jahren einen kleinen Transportschaden an einer der Chaisen bei einem Unfall – was aber dem „Bewegungsdrang“ des kleinen Fahrzeuges keinen Abbruch tat!

Die Chaisen übrigens versehen seit nunmehr 28 Jahren (!) ihren Dienst und ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Dickie für diese wunderbaren Auto-Scooter-Chaisen, ihrer Zuverlässigkeit und ihrem treuen Dienst!

Noch ein paar technische Daten:

  • Betrieben werden die Chaisen mit Akkus die täglich gewechselt und geladen werden und in der Regel einen Tag bei Vollauslastung ihren Dienst versehen,

  • Insgesamt wird der Scooter auf 4 LKW´s und Rollen transportiert

  • Kassen-, Wohn- und Mannschaftswagen sind Extra-Transporte

  • Hersteller der Chaisen und der Fahrbahnplatte: Firma Dickie

  • Wahlweise in der Mitte des Festplatzes (also ohne Rückwand), oder als Reihen- oder Kopfgeschäft (mit Rückwand) aufzubauen

Begleiten Sie nun den Aufbau des Modell – Auto-Scooters in einer Bilderstrecke:

Text: Hans Kudlik, Jürgen Kausch und Thomas Schmid, Bilder: Archiv Schmid