1994 / 2019: Das Straubinger Gäubodenvolksfest vor 25 Jahren

Auch 2019 möchten wir wieder mit unserer Rubrik „Das Straubinger Gäubodenvolksfest vor 25 Jahren“ auf das damalige Gäubodenvolksfest zurückblicken und Ihnen Interessantes, Informatives und Wissenswertes aus dem Jahr 1994 in Bild, Text und Video wiedergeben und erzählen.

Wer hat das Gäubodenvolksfest damals eröffnet?

Was kostete die Maß Festbier?

Welche Karussells standen damals am Hagengelände?
Welche Neuheiten an Fahrgeschäften gab es? Was war damals anders?

Was für Geschichten gibt es zu erzählen und über welche kuriosen Dinge konnte man schmunzeln oder gar stauen?

Alle diese Fragen wollen wir in unserem „Rückblick“ zeigen und hoffen Ihnen gefällt auch dieses Mal wieder unsere „kleine Zeitreise“ zurück ins Jahr 1994 …

Volksfesteröffnung

Vom 12. mit 22. August 1994 lief damals die „fünfte Jahreszeit“ in Straubing und auch damals hieß es wieder „Ausnahmezustand“ in Straubing. Fritz Geisperger, Oberbürgermeister der Stadt Straubing eröffnete am 13. August 1994 zusammen mit der damaligen Bundestags-Vizepräsidentin Renate Schmidt das Gäubodenvolksfest im Festzelt der Familie Reisinger. Renate Schmidt war übrigens erst die zweite Frau die seit 1812 das Straubinger Gäubodenvolksfest eröffnen durfte. Und somit stand sie quasi in einer Reihe mit den bayerischen Ministerpräsidenten Goppel, Strauß und Stoiber die diese Ehre zu Teil wurde.

Blick vom Riesenrad aus in Richtung bayerischer Wald mit den Attraktionen Ikarus und Wilde Maus

Von Festzelten und dem Bierpreis

Es gab 1994 – wie im Vorjahr - 5 Festzelte, sowie die „Gäubodenhalle“ – die fest-installierte Mehrzweckhalle und das beliebte Wein- und Weißbierzelt (Brigitte Stahl). Die Festwirte von damals hießen Hermann Bäumel, Heinrich Bauer (bekannt als „Bauer-Heinerl“), Regina Groll, Anton Nothaft jun., Markus und Hubert Reisinger,  sowie Anton Wenisch und Sohn.


Die Sitzplatz-Situation blieb zum Vorjahr in etwa gleich und so konnten auch 1994 wieder ca. 23.000 Gäste gleichzeitig bewirtet werden.

Der Aufschrei beim Bierpreis blieb jedoch 1994 aus. Warum? Erstaunlicher Weise gab es von 1993 auf 1994 KEINE Bierpreiserhöhung! Unglaublich, oder? Und somit kostete auch 1994 die Maß Festbier wieder 7,50 D-Mark.

Sammlerkrug und Volksfesthit

Auf Initiative des damaligen Festwirtesprechers Heinrich Bauer wurde 1994 von den Festwirten und Brauereien der 2. Sammlerkrug in limitierter Auflage herausgebracht. Das Motiv diesmal: der "Bruder Straubinger" , eine fiktive, lebenslustige Figur, die einen fröhlichen Handwerksburschen zeigt, der von einem Ort zum anderen zieht. Die Volksfestsammlerkrüge sind bis heute heiß begehrt.

Volksfestsammlerkrug 1994 mit Bruder Straubinger Motiv

Angeblich war 1994 das Lied "Über den Wolken" von Thomas Kuhn der Volksfesthit. Erinnern Sie sich noch an den Refrain? "Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängst alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein ..."

5er Looping wieder in Straubing

Die größte, mobile Stahl-Looping-Achterbahn der Welt gastierte nach großem Erfolg 1993 erneut in Straubing!
Zum zweiten Mal war der „5-fach Looping“, oder auch „Olympia Looping“ von Rudolf Barth aus Bonn in Straubing am Festplatz. Die „Olympia Looping Bahn“ hatte beachtliche Ausmaße mit seiner Grundfläche von ca. 86 x 38 Metern und einer Höhe von ca. 35 Metern. Die Schienenlänge betrug 1250 Meter und gebaut wurde sie von der Firma BHS in Peißenberg. Premiere feierte die Bahn 1989 auf dem berühmten Münchner Oktoberfest. Die „5er-Looping-Bahn“ stand mit Unterbrechungen 7 Mal auf dem Hagengelände und zwar von 1993 bis 1997, dann noch einmal 2003, sowie 2005 dann leider zum letzten Mal. Lesen Sie dazu auch unseren > Sonderbericht.

Olympia Looping Bahn

Neuheiten 1994 auf dem Karussell-Sektor

„Insider“  (Helmuth & Andreas Aigner, München) und „Speedy“ (Egon Menzel, München) hießen neben dem „Traumboot“ (Siegfried Kaiser, München) weitere Karussell-Neuheiten des Gäubodenvolksfestes 1994.

Insider

Der „Insider“ war der Vorläufer des heute bekannten „Roll Overs“ gleicher Herstellerfirma, war jedoch zum „Roll Over“ eine „Shake R5 – Variante“, also mit 5 Kreuzen und jeweils 4 Gondeln. Der „Insider“ bestach auch durch seine einmalige Optik mit dem Kameramann im Zentrum des Karussells. Aigners „Insider“ gastierte insgesamt 3 Mal in Straubing (1994, 1996 und 1998) bevor er dann 2001 vom R4-Shake „Roll Over“ (4 Kreuze mit je 4 Gondeln, Schausteller P. Zinnecker, Aiterhofen) abgelöst wurde. Heute befindet sich der „Insider“ leider im Ausland (Ägypten) und leider hat es auch viel an Glanz und Optik verloren.

Speedy

Der „Speedy“ von Egon Menzel war ein neues Karussell aus der bekannten „HUSS-Schmiede“ in Bremen, jedoch von Anfang an nicht von großem Erfolg gekrönt. Mehrere Gondeln sollten sich auf einer Scheibe (ähnlich wie bei „Playball“) ellipsenförmig bewegen und drehen, wurden jedoch dann durch die Fliehkraft mit dem Rücken nach außen gedreht, so dass bei angedachter Höchstgeschwindigkeit praktisch durch das Gewicht der Gondeln und der Passagiere fast keine Drehung mehr möglich war und sich diese selbständigen Drehungen nur bei langsameren Geschwindigkeiten realisieren ließen. Dies war jedoch nicht im Sinne des Erfinders, da die Fahrgäste damals schon immer nach schnelleren Karussells verlangten. Später dann wurde der Speedy „nachgerüstet“ und bekam unter jeder Gondel einen eigenen Antriebsmotor. Doch trotz alle dem konnte auch hier die Fahrweise nicht überzeugen, da der Magen vieler Fahrgäste durch die langen nach außen gedrückten Positionen der Gondeln stark belastet wurden. Der „Speedy“ hielt sich nur wenige Jahre in der Volksfestlandschaft und war auch nur einmal zu Gast in Straubing.

Traumboot

Ebenso war das „Traumboot“ eine Neuheit für Straubing – einerseits. Andererseits war es dem in Straubing oft gastierenden „Ranger“ („Looping Star“, einst Familie Bausch, München) gleichzusetzten. Jedoch bestach das „Traumboot“ nicht in einer Weltraumaufmachung, sondern eher in einer „hawaiianischen Optik“. Das „Traumboot“ war auch von einen anderen Hersteller (Weber) und ca. 2 Meter höher als der „Looping Star“, jedoch war wohl die Fahrweise nicht ganz so angenehm und bequem wie beim gleichartigen „Ranger“ der Herstellerfirma HUSS. Dies übermittelten uns auch noch Jahre danach einige Fahrgäste. „Traumboot“ und „Looping Star“ gehörten aber auch viele Jahre zum Stammbesetzung des Münchner Oktoberfeses. Das „Traumboot“ fand später dann in Kolumbien seinen neuen Heimat-Hafen.

Wilde Maus

Und auch die heute noch sehr bekannte „Wilde Maus“ (Renate und Peter Münch, München) war zum ersten Mal als sogenannte Einzelanlage in Straubing auf dem Festplatz aufgebaut. Später gastierte die „Maus“ auch mal als „Doppelanlage“ am Hagen.

Manhattan Inferno II

Im Bereich der Laufgeschäfte gehörte das wunderschöne und einzigartige „Manhattan Inferno II“ (Familie Müller, Frankfurt) zu den Beschickern der Festwiese 1994 (siehe dazu auch unseren Sonderbericht >>> Früher "Manhattan Inferno II" - heute das „Alpen Hotel“). Das „Manhattan Inferno II“ überzeugte nach 6jähriger Gäubodenvolksfestabstinenz dann mit neuer Aufmachung und zum Teil mit neuem Innenleben für großes Interesse bei den Besuchern. An der Front unterhielten sich „Miss Liberty“ und King Kong“ vor dem staunenden Publikum während zudem ständig ein Hubschrauber an der Fassade rotierte.

Inferno

Spektakuläre Motorradartisten am Hagen

„Die Gladiatoren in der Todeskugel“ (Martin Blume, Nienburg) gastierten neu in Straubing. Hierbei handeltet es sich um Motorradfahrer die nicht wie in einer Steilwand ihre Runden drehten, sondern in einer großen Stahlkugel, welche wiederum im inneren einer Zelthalle mit prunkvoller Fassade aufgebaut war. Tollkühne Männer boten dort eine Show der Extraklasse – einzigartig und atemberaubend von der ersten bis zur letzten Vorstellungsminute!

Horror Vision

Die „Horror Vision“ dagegen wurde bereits mehrfach durch den Schausteller Edmund Eckl umgestaltet und hieß ab 1994 „Horror Vision“. Ältere Leser dieses Berichts dürften diese Geisterbahn vielleicht noch unter dem Namen „Schloss Schreckenstein“ kennen. So hieß die Bahn nämlich von 1981 bis eben 1994. Aber auch unter dem Namen „King-Kong-Horrorbahn“ ließ diese 1971 von der Firma Mack aus Waldkirch gebaute Bahn schon viele Schauer über den Rücken so manchen Volksfestbesuchers laufen. Unter einem total neuen Gewand aber präsentierte sich diese Bahn nun an als „Horror Vision“ und be“geisterte“ auch die Straubinger Volksfestbesucher. Bis einschließlich 2003 behielt sie diesen Namen bevor sie dann erneut vom Besitzer Eckl zum „Shocker“ firmierte. Unter diesem Namen kannten sie vermutlich die meisten Volksfestbesucher. Ab dem Sommer 2018 jedoch verließ diese Bahn dann Deutschland und gehört nun einem holländischen Schausteller. Erstbesitzer dieser mehrfach umgestalteten Bahn war übrigens die Schaustellerfirma Wucherer aus Stuttgart.

 

Weitere Angebote im Vergnügungspark

Der Klassiker in Straubing: „Ikarus“ von Geno Distel, München

„Ikarus“ (Geno Distel, München), „Happy Monster“ (Rudi Zinnecker, Aiterhofen), „Riesenrad“ (Familie Willenborg, München), „Wildwasser-Bahn II“ (Heitmann-Schneider KG, Münster), „Top Spin“  (Rudi Bausch, München), „Wellenflug“ (Erich Stranninger, Straubing), „Hawaii-Swing“ (Fa. Renoldi, Bremen), sowie der Auto-Scooter (Heinz und Heiner Distel ) und der „Super Scooter Rally 2000“ (Egon Menzel und Paula Menzel)  hießen u. a. weitere Attraktionen unter den Fahrgeschäften 1994.

In der Sparte Laufgeschäfte konnten sich die Festgäste neben dem bereits erwähnten „Manhattan Inferno II“ im „Show Boat, dem verrückten Mississippi-Dampfer“ von Eduard Rosai vergnügen.

Das „Show Boat“ wiederum dürfte den Besuchern der 2018er Ausgabe des Gäubodenvolksfestes bestens bekannt sein: aus dem damaligen „Show Boat“ wurde zuerst „Amazonas“ und letztjährig das „Dschungel Camp“ (Angelo Agtsch, München).

1994 als „Show Boat“ (Edmund Rosai, München), 2018 dann als „Dschungel Camp“ (Angelo Agtsch, München) in Straubing am Festplatz

Blick vom Riesenrad aus Richtung Donaubrücke mit der „Gäubodenhalle“ im Vordergrund, sowie den Attraktionen, „Wildwasser-Bahn“, „Golden Globe“, „Traumboot“ und „Manhattan Inferno II“

Imbiss- und Getränke vor 25 Jahren

„Bierbrunnen“ (Franz und Hilde Goetzke, München) und “Traumboot“ (Siegfried Kaiser, München, links im Bild)

An Imbissgeschäften standen 1994 z. B. „Bayerwald-Lamm“ (Mitterfels), „Hirtenbrot“ (Manuel Renz, Reisbach), das „Tiroler Alpenhaus“ (M. u. G. Schmöcker, Straubing), „Schaubäckerei“ (Stephan Hufnagel, Straubing), der „Wein- und Mostpavillon“ (Brigitte Stahl, Straubing), sowie auszugsweise erwähnt: „Candy“ (Robert Schneller, München), „Süße Spezialitäten“ (Fredi und Christa Neufeld, Straubing),  „Süße Spezialitäten“ (Grete Niederländer, Straubing), „Vollwertcafé mit Milchbar“ (Helga und Josef Bauer, Straubing), „Wiener Eispalast“ (Guderley, Schwaig), „Café-Zelt“ (Günter Haimerl, Straubing), „Wisto-Imbiss-Palast“ (Monika und Willy Stockem, Nürnberg) und die Mandelbrennereien der Familie Wöller am Volksfestplatz zur Verfügung.

Spiel- und Belustigungsgeschäfte sowie Kinderkarussells

Auch in der Sparte Spiel- und Belustigungsgeschäfte gab es „Exoten“ und bekannt-bewährte Spiel- und Belustigungsgeschäfte, die 1994 auf der Beschickerliste standen wie u. a. der „Münchner Vogelpfeifer“ von Horst Berger aus Zorneding, das „Camel Derby“ (Harald Endres, Landshut), „Carrera-Autorennbahn“ (Richard Horn, Regensburg), „Bayerisches Zylinderwerfen“ (Georg Michl, Nürnberg), „Clown werfen“ (Ilse Stranninger, Straubing), „Pfeilwerfen“ (Welda Heinen, Worms), die „Lustige Nagelei“ von Gotthard und Heinrich Stey aus Abensberg/Offenstetten oder Alfons Richters „Kaspertheater“. Auf die kleinen „Festbesucher“ warteten u. a. der „Mini-Jet“ (Babyflug) von Richard und Christine Horn aus Regensburg, der „Veteranen-Club“ von Heinz Grauberger aus Fürth, die „Pony Reitbahn“ von Franz Kaiser aus Sauerlach, die „Traum-Kinder-Schleife“ von Heinrich Stey aus Aham, sowie die Kinderkarussells, der auch heute noch bekannten Firmen Stranninger und Sgraja aus Straubing.

Weiter zu finden waren u. a. die Betriebe „Königlich Bayerischer Hofphotograph“ (Bastian, München), „Armbrustschießen“ (Werner Boppel, München), „Der goldene Western“ (Marianne und Hans Dom, München), „Teuferl-Werfen“ (Elisabeth Kleinlein, München), „Königlich Bayerische Jagdhütte“ (Olga Klimkeit, München), „Schiffschaukel“ (Martin Kollmann, Pfarrkirchen), „Lustiges Froschspringen“ (Kerstin und Stefan Münch, Hohenpeißenberg), „Euro Ball“ (Heinz Papert, Bechhofen), „Blumenverlosung“ (Anneliese und Roman Pfeffer, Straubing), „Foto-Schießen“ (Alfons Richter, Salching-Oberpiebing), oder „Korkenschießen“ (Peter Schütz, München).

Ostbayernschau

Parallel gab es natürlich auch die bis heute bekannte Ostbayernschau. Zeitdauer vom 12. mit 21. August 1994. Die Ausstellerzahl betrug zum ersten Mal 525 (davon ca. zwei Drittel aus Südbayern)und das war ein Rekord! Die Geländefläche erstreckte sich über  ca. 65.000 Quadratmeter (davon ca. 50.000 Quadratmeter Hallenflächen und ca. 15.000 Quadratmeter Freigelände) mit 18 Hallen! Zu bestaunen gab es wie immer verschiedene Produkte und Dienstleistungen, egal ob für Landwirtschaft, Handwerk oder auch für den Haushalt. Der bayerische Rundfunk wechselte von Halle 17 in sein eigenes Zelt mit der Nummer 18 und war somit mit seinem „gläsernen Studio“ mit dabei! Ebenso wie noch heute war der Eintritt der Ostbayernschau frei. Diverse Sonderschauen rundeten auch 1994 wieder das vielfältige Angebot ab.

Selbstgemachter Handflyer des Modellbauers Thomas Schmid anlässlich der Modellbauausstellung 1994 zum Straubinger Gäubodenvolksfest:

Handflyer des Modellbauers Thomas Schmid

Veranstaltungen

1994 gab es ebenfalls die beliebte Lampionfahrt auf der Donau – zum dritten Mal mit Musikuntermalung beim Niederfeuerwerk, das große Abschlussfeuerwerk, Kindernachmittage, Vorführungen und dergleichen wie man sie noch heute kennt. Besonders die Lampionfahrt erfreute sich früher wie heute über einen äußerst großen Zuspruch!

Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH 1994 zum dritten Mal federführend

Für das Gäubodenvolksfest verantwortlich zeigten sich 1994 die nun bereits im dritten Jahr in eine Gesellschaft der Stadt Straubing umgewandelte Veranstaltungsorganisation namens „Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH“ mit ihrem Geschäftsführer Eckhard Westphal, den beiden Prokuristen Hans Jakob und Werner Jähn, sowie den Mitarbeitern Albert Sturm (bis 31. Mai 1994), Max Riedl und Hans Birkholz. Unterstützung fanden sie durch ihre Kollegen Ilse Wamser, Hannelore Ass, Birgit Aich, Brigitte Hien und Werner Artmeier. Noch während des laufenden Jahres gab es einen Mitarbeiterwechsel, denn Albert Sturm (allgemeine Organisation)wechselte zur Stadt Straubing. Thomas Bräuherr rückte dann für viele Jahre ab dem 1. Juli 1994 für Albert Sturm nach. Zum Festausschuss zählten die Stadträte Eduard Gruber (bis 14.Mai 1994), Edwin Hirtreiter (ab 15. Mai 1994), Ernst Moser, Manfred Fuchs, Hans Lohmeier, Inge Müller, Hans Sax, Dr. Adolf Herpich und Elisabeth Speigl. Aufsichtsratsvorsitzender war der spätere Oberbürgermeister der Stadt Straubing Reinhold Perlak.

Fakten, Zahlen, Daten

  • Auch im Jahre 1994 buhlten rund 115 Fahr- und Belustigungsgeschäfte auf 90.000 Quadratmetern Fläche um ihr Publikum.
  • Es gab 5 Fesztelte sowie die Gäubodenhalle. Die Sitzplatz-Situation blieb zum Vorjahr in etwa gleich und so konnten auch 1994 wieder ca. 23.000 Gäste gleichzeitig bewirtet werden.
  • 1,5 Kilometer pures Vergnügen lief der Besucher 1994 in Straubing am Hagen entlang der Fahrgeschäfte, Buden und Festzelte ab
  • Der Stromverbrauch betrug damals 6.000 Kilowattstunden. Dies ist vergleichbar mit ca. 50 Vier-Personen-Haushalte in einem Jahr
  • Für 1994 gingen über 650 Schaustellerbewerbungen ein
  • 700 Bewerber für die Ostbayernschau
  • Insgesamt wurden am Gäubodenvolksfest 1994 70.000 Hendl, 280 Käselaibe, sowie 7 Ochsen „verdrückt“ sowie 600.000 Maß Bier getrunken
  • Neuer Besucherrekord 1994: 1,3 Millionen Gäste waren am Gäubodenvolksfest

Volksfest-Splitter 1994

Live-Sendungen vom BR

Gäste der Live-Sendungen des bayerischen Rundfunks in Halle 18 waren unter anderem die Wildecker Herzbuben oder Karel Gott unter der bekannten Moderatoren-Riege Max Schautzer, Dieter Thomas Heck oder Teddy Parker.

Festwirt Jubiläum

Sein 20jähriges Jubiläum feierte der Festwirt Markus Reisinger am Hagen.

Halluzinationen

Ein Unbekannter verständigte während eines Nachts etwas verstört die Polizei, da er angeblich am Nachhauseweg vom Volksfest Orgelmusik aus der „Basilika St. Jakob“ deutlich gehört hatte. Eine eingesetzte Streife stellte jedoch fest, dass dort alles ruhig und die Türen fest verschlossen waren. War vielleicht doch das Bier etwas zu stark?

100 Jahre Schaustellerfamilie Dom am Gäubodenfest

Und noch ein Jubiläum gab es 1994 zu feiern: die Schaustellerfamilie Dom konnte 100 Jahre Gäubodenvolksfest Straubing bilanzieren (siehe auch Zeitungsartikel des Straubinger Tagblattes vom 18. August 1994 in diesem Bericht, Link-Tipp)! Die Familie Dom begeisterte schon viele Besucher mit Fahrgeschäften wie „Calypso“, „Blauer Enzian“ oder auch dem „Hurrikan“. 1994 war die Familie Dom dann mit dem „Goldenen Western“, einem Elektronik-Schießstand am Hagen vertreten und bereits 1995 konnte Hans Dom (1994 war er 75 Jahre alt!) in Person sein 50jähriges Gäubodenvolksfest bestreiten.

In Bier schwimmen Forellen am liebsten

Eine Tagblatt-Überschrift vom 18. August 1994 lautete: „In Bier schwimmen Forellen am liebsten“

BRK-Helfer bringen Farbe ins Gesicht

Aus einem Artikel des Straubinger Tagblattes:

BRK bringen Farbe ins Gesicht

Geisterfahrer such junge Frau zum Mitreisen

Ein Artikel aus dem Straubinger Tablatt von 1994:

Und somit endete 1994 das Gäubodenvolksfest mit einem Rekord von 1,3 Millionen Besuchern. Und wie in den Jahren zuvor war es ebenso auch wieder das schönste Fest von allen! Damals wie heute blieb auch nur wieder die Vorfreude auf das nächste Gäubodenvolksfest.

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Quellenangaben:
Text: Thomas Schmid, Fotos: Archiv Thomas Schmid, Ride-Index
Infos auch aus: Straubinger Tagblatt und Chronik "200 Jahre Gäubodenvolksfest" Herausgeberin Dorit-Maria Krenn
Erstellung des Artikels: April 2019 /TS