Aug 12 2019

Viele lieben es, am Volksfest ein Gickerl, ein Gockerl oder Hendl zu verspeisen. Gemeint ist damit ein halbes, gebratenes Huhn. Doch allein in Bayern gibt es dafür schon die verschiedensten Ausdrücke. Die Niederbayern sagen Gickerl, die Oberpfälzer eher Gockerl. "A hoibads Hendl" dürfte man in Ober- und Niederbayern verstehen. Das "Göggerla" wird wohl eher im Frankenland gegessen sowie das "Göckele" in Schwaben?

Wer allerdings einen "Halve Hahn" im Bierzelt bestellt, der outet sich zum einen als "Preiß" oder "Zuagroaster" (m/w/d) sprich Norddeutscher und wird sich zum anderen wundern, dass er nichts serviert bekommt. Denn der "halve Hahn" ist eben kein gebratenes Huhn, sondern ein Roggenbrötchen (= Semmel) mit Butter und Gouda-Käse, belegt mit Zwiebel und Gurke, das man bevorzugt im Rheinland isst. Bei uns ist das eine "Kas-Semme" und damit eben kein Gickerl.

Früher wurde das Gickerl am Volksfest ausschließlich mit den Fingern gegessen, sprich "abgfieselt". Heute reicht man zum obligatorischen Frischetuch und Zahnstocher meist auch Besteck dazu.

Oh welch ein wundersames Gickerl

Doch auch schon bei Max und Moritz, den lustigen Geschichten von Wilhem Busch, war im 2. Streich der beiden Jungs das gebratene Federvieh schon heiß begehrt. Die beiden Knaben haben der armen Witwe Bolte die gebratenen Hühner mit einer Angel aus der Pfanne stibitzt. 

Hühnerschmaus

Nach dem übermößigen Genuss liegen Max und Moritz im Versteck hinter der Hecke und schnarchen ... "und vom ganzen Hühnerschmaus guckt nur noch ein Bein heraus."

Hühnerschmaus


(Wer den kompletten Streich lesen will findet Literatur und Bilder hier: https://www.wilhelm-busch.de/werke/max-und-moritz/alle-streiche/zweiter-streich/)

In diesem Sinne wünschen wir allen nicht vegetarischen und veganen Besuchern des Gäubodenvolksfestes guten Appetit an Ihren Gickerln :-)

 

Gickerlteller

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