Jun 21 2012

Ob lyrisch oder ironisch, ob heiter oder besinnlich, ob nüchtern oder bierselig ... das Volksfest gibt seit 2 Jahrhunderten hinweg Anlass zu Geschichten und Geschichterln. Rund 200 Besucher lauschten der ungewöhnlichen Lesung im historischen Salzstadel. Dr. Dorit Krenn, Hans Vicari, Werner Schäfer und Georg Fisch führten die Zuhörer gekonnt durch den Abend. Bei Bier und Brezen sowie musikalischer Begleitung durch die Kinsachtaler Musikanten gab es Informatives und Amüsantes zu hören.

Können Sie sich einen 12jährigen Bub namens Hans Vicari vorstellen, der sich als Gespenst in der Geisterbahn ein paar Mark verdiente und den der "geköpfte" Kollege aufforderte, er solle doch nicht einschlafen sondern gefälligst die Leute erschrecken. Also tönte es wieder "Ho - ho - hooooooooo" aus Vicari's Mund. Doch dies war ihm auf Dauer zu öde, so fing er an Melodien zu intonieren. Und als braver Ministrant fielen ihm zuerst die Gotteslieder ein. So ertönte gespenstisches "Hu Huuu" auf "Großer Gott wir loben Dich". Dass er dafür vom Geisterbahnbetreiber kein Lob bekam, liegt nahe. Stattdessen aber Kinderlieder zu intonieren, war auch nicht gespenstisch genug. So wurde Klein-Hans Geisterbahnkarriere jäh beendet. Aus Rache darüber erlaubte sich Vicari noch einen letzten Streich und pinkelte dem Geist in seinen Sarg hinein.

Amüsante Passage aus einem Beschwerdebrief eines Volksfestbesuchers aus dem Jahre 1962: man möge doch endlich gegen das schlechte Einschenken der Masskrüge vorgehen, denn es wird absichtlich betrogen und zwar aus reinem Gewinnstreben. Und man möge doch auch die "Hügiäne" prüfen, denn es könne doch nicht sein, dass von den Bedienungen Krüge, die halb voll zurück kommen, wieder aufgefüllt werden. Und man habe Bier und keine Zuckerwatt(e) bestellt. Und es sei eine Unsitte die Krüge mit viel Schaum voll zu machen wo man doch für Bier gutes Geld bezahlt!

Volksfest literarisch

Wer hätte das gedacht: das erste Volksfesttagebuch - damals natürlich noch nicht "Blog" genannt - wurde 1829 verfasst. Der Magistrat Gessler verfasste eine sehr persönliche Chronik. Für wen? Für seine Frau, die während der Volksfestdauer verreist war.

Ein amüsanter Dialog aus einer Geschichte von Werner Jansen: Sie fragt ihn, ob er mit ihr auf'd Ostbayernschau "gang". Daraufhin er: "wia kimmst ma denn du vor?" "I bin doch a Niederbayer und koa Ostbayer!" Nach einer Denkpause dann "... aba higeh kemma scho."

Viele mehr dieser amüsanten und interessanten Geschichten aus der Historie, als auch von Heimatdichter Max Peinkofer, von Marcel Oberneder, Werner Jansen und weiteren werden auch in der Festschrift zu lesen sein, die MItte Juli zum Jubiläumsvolksfest erscheinen wird.

Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie >>> hier.
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Kommentar von Michaela Pollak |

Sche wars gestern. Die Geschichten rund ums Volksfest waren a herrliche Einstimmung, nachdem ja gestern die letzten 50 Tage vorm Jubiläumsvolksfest angelaufen sind. ;) Die Vorfreude is scho riesig. :)